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Unser Walter-Thiemann-Haus ist noch s ehr jung an Jahren. Eröffnet am 3. September 2006, gebaut von Mitte Juli 2005 bis Ende August 2006, geplant unter reger Beteiligung von aktiven, interessierten Gemeindegliedern in einem kreativen Planungsprozess von etwa 3 Jahren (Dezember 2002 bis Sommer 2005). Ein großer Kraftakt, in dem alle Beteiligten unter der Leitung von Pfarrer Thomas C. Müller und Pfarrer Uwe Riese immer wieder miteinander ins intensive Gespräch traten und darüber reflektierten.
Wer und wie sind wir eigentlich: die beiden bislang selbstständigen Pfarrbezirke I und II mit ihren beiden Mittelpunkten, den Gemeindehäusern „Johannes-Calvin-Haus“ und „Gemeindezentrum Mitte“ sowie der großen, etwa 1.200 Menschen fassenden Ev. Stadtkirche zu Gronau; wie die beiden Seelsorge-/Pfarrbezirke als ein neuer Gemeindebezirk in der Mitte der Ev. Kirchenge- meinde Gronau zukünftig sein sollen/werden, und zwar in einem partnerschaftlichen Miteinander sowohl am neuen Gemeindehaus (Walter- Thiemann-Haus) als auch in der Ev. Stadtkirche zu Gronau. Eine interessante Erarbeitung des damaligen Ist- und des einerseits visionären, andererseits aber zugleich auch immer realistischen Soll-Zustandes zweier ehemals eigenständiger Pfarrbezirke, die ganz grundsätzliche Parameter der gegenwärtigen Konzeption dieses neuen Gemeindebezirks bilden, der inzwischen offiziell „Gemeindebezirk an der Ev. Stadtkirche zu Gronau“ heißt und aus zwei großen Seelsorgebezirken mit je ca. 3.200 Gemeindegliedern besteht.
Vielleicht wird in diesen wenigen Sätzen andeutungsweise der große Fortschritt erahnbar, dass zwei eigentlich selbstständige und unabhängige Pfarrbezirke sich aufeinander zubewegen und eine gemeinsame Zukunft erstreben, die anfangs weniger unter der Prämisse des Sparens von Geldern stand, sondern vielmehr unter dem Leitmotiv, christlich-evangelische Gemeinde ganz bewusst in der Mitte der Stadt und im (Herzens-) Zentrum des Lebens der Menschen neu aufzubauen und sinnvoll zu gestalten: den Menschen zum Wohle, Gott zur Ehre. Genau das bringt der in einer Perspektivberatung (Wochenende im September 2003) erarbeitete pointierte Leitsatz der neuen Gemeinsamkeit zum Ausdruck: Wir sind lebendige Vielfalt und laden dich ein, Gemeinschaft in Gottes Geist zu erleben!
Im Folgenden werden nun einzelne wichtige Etappen des langen, gemeinsamen Weges in eine gute Zukunft skizziert, die die Ev. Kirchengemeinde Gronau bereichert und uns allen gut tut, vielleicht auch anderen Mut macht, nicht immer nur hauptsächlich am gegenwärtigen Bestand festzuhalten, sondern sich als Kirche in der Welt und deren Gegebenheiten mitsamt vielen Möglichkeiten und oft genug noch mehr Unmöglichkeiten stets neu auszurichten, um in der Nachfolge Jesu Christi in angemessener Weise da zu sein für die Menschen.
14. Dezember 2002: Die 1. Sitzung des Workshops! Nach vielen Wochen der gemeinsamen Vorplanung durch die beiden Pfarrer Thomas Müller und Uwe Riese erfolgt die Gründung eines Workshops mit der Aufgabe, den Neubau eines neuen Gemeindehauses nahe der Stadtkirche konkret zu planen. Zur 1. Sitzung kommen und denken mit: Ottmar Bröckel, Manfred Daberkow, Martin Fellbaum, Gertrud Gießen, Ans Golembiewski, Margret Gottschalk, Bernhilde Grieger, Margot Hofstedde, Gerdemarie Konermann, Pfarrer Thomas Müller, Jürgen Ohmann, Pfarrer Uwe Riese, Günter Roeßink, Rita Spelter, Günther Stenvers, Architekt Peter Tiffe.
30. September 2003: 1. Grundsatzgespräch mit dem Baureferat unserer Landeskirche Die grundsätzliche Konzeption steht, erarbeitet in 9 ausführlichen Workshop-Sitzungen. Nun findet das 1. grundlegende Gespräch mit Herrn Miermeister statt, dem Baudirektor unserer Ev. Kirche von Westfalen. Die Pfarrer Thomas Müller, Uwe Riese und Ralf Brokfeld machen sich auf den Weg nach Bielefeld. - Das Ergebnis: Unser Konzept, und zwar das kreierte Gebäude selbst sowie die grundlegenden Parameter der zukünftigen Gemeindebezirkskonzeption als Zweckbestimmung des neuen Gemeindehauses, wird positiv gesehen! Einige wichtige Verbesserungsvorschläge werden eingebracht und in der folgenden Zeit in das Konzept integriert. Es folgen weitere bereichernde Gespräche des gemeinsamen Austausches – mit dem Ergebnis, dass das Gebäudekonzept in einigen seiner Details verbessert wird.
11. November 2003: Vorstellung unseres Konzeptes im Bau- und Planungsausschuss der Stadt Gronau Einstimmig! Auch der Bau- und Planungsausschuss unserer Stadt Gronau stimmt unserer Konzeption zu. Damit kommen wir der Umsetzung dieses Bauvorhabens immer näher. Wir sind zufrieden und freuen uns!
4. Dezember 2 003: Wir kaufen das Grundstück! Der Tag, an dem wir das Grundstück kaufen! Es ist sehr gut positioniert, direkt neben unserer Ev. Stadtkirche! Sehr gut geeignet für eine Kombination von Kirche und Gemeindehaus im Zusammenspiel eines neuen Gemeindelebens in der Mitte unserer Ev.Kirchengemeinde Gronau! Und in den ersten Monaten nach der Eröffnung unsers neuen Gemeindehauses zeigte sich bereits deutlich, wie sehr wichtig es ist, als Kirchengemeinde mit einem attraktiven Gemeindehaus an einer attraktiven Stelle platziert zu sein.
12 . Februar 2004: Sie ist erteilt! Die kirchenaufsichtliche Genehmigung! Jetzt ist alles klar! Mit der kirchenaufsichtlichen Genehmigung ist unser Bauvorhaben offiziell kirchenaufsichtlich befürwortet. Alles stimmt! Alle Grundlagen stehen und werden genehmigt: Art des Bauwerks, Kostenberechnungen und Finanzierungskonzept, mit allem sogar der Sinn und Wert dieser Baumaßnahme.
Stolz wird sie präsentiert: Die Baugenehmigung! Endlich ist sie da! Im Sommer 2004 halten wir unsere Baugenehmigung stolz in unseren Händen. Damit sind alle formalen Dinge definitiv geklärt; eigentlich könnte es los gehen, wenn da nicht noch so viele Aufgaben wären, die den Baubeginn am 8. Juli 2005 vorzubereiten haben; so treffen sich unter der Leitung von Pfarrer Thomas Müller und Pfarrer Uwe Riese ein speziell eingerichteter Bauunterausschuss unserer Kirchengemeinde und der arbeitet und arbeitet und arbeitet gemeinsam mit dem Architekten Peter Tiffe und vielen engagierten Gemeindegliedern an vielen Details.
26. Juni 2 005: 1. Spatenstich! Bei strahlend blauem Himmel und herrlich sommerlichen Temperaturen ist es endlich soweit: Am 26. Juni 2005 wird der 1. Spatenstich vollzogen! Presbyterinnen und Presbyter, Pfarrerin und Pfarrer sowie anwesende Gemeindeglieder und Nachbarn legen nach einem Familiengottesdienst in der Stadtkirche (25-jähriges Jubiläum unserer Kindertagesstätte „Arche Noah“) ihre Hand an Spitzhacke, Spaten und Schüppe und vollziehen mit Kraft und Entschlossenheit die ersten, angesichts der Bodenbeschaffenheit eines stabilen Parkplatzes nicht leichten Spatenstiche für den Bau des neuen Gemeindehauses an unserer Ev. Stadtkirche. Ein erster kleiner Ansatz für den Aushub einer riesigen Baugrube!
8. Juli 2005: Die Baustelle wird eingerichtet. Jetzt geht es richtig los: Die Bauzäune werden aufgestellt, der Bauplatz wird frei geräumt, die ersten Bagger rollen an. Und dann wird in den nächsten Tagen und Wochen gebaggert; es geht in die Tiefe, später in die Höhe; täglich wächst und gedeiht er, der Rohbau, und das geht ganz fix.
31. Oktober 2 005: Offizielle Grundsteinlegung! Ein Herbst wie aus dem Bilderbuch – nicht nur auf das wundervolle Wetter bezogen. Am Reformationstag 2005 erfolgt die offizielle Grundsteinlegung für unser neues Gemeindehaus. Presbyterinnen und Presbyter, Pfarrerin und Pfarrer sowie viele Gemeindeglieder sind mit dabei, als eine Kupferkartusche (Inhalt: Aktuelle Ausgabe der „Westfälischen Nachrichten“ vom Tag) in einer Innenwand des Hauses eingemauert wird und das Motto für dieses neue Gemeindehaus verlesen wird: „Wenn der Herr nicht das Haus baut, arbeiten die umsonst, die daran bauen!“.
9. Dezember 2005: Richtfest! Bei trockenem, winterlichem Wetter feiern wir das Richtfest! Der Rohbau ist weitgehend fertig gestellt; es braucht 100 Schläge für den langen, stabilen Nagel, den symbolisch „letzten Nagel“, der mit vereinten Kräften ins Gebälk geschlagen wird.
Und im Jahr 2006 geht es zielstrebig weiter mit all den Dingen, die zu planen und zu entscheiden sind. Ein speziell gegründetes Entscheidungsgremium begleitet intensiv die weitere Fortsetzung der Baumaßnahme, berät sich regelmäßig, manchmal mehr als wöchentlich, und lädt immer wieder weitere interessierte Gemeindeglieder ein, um bestimmte Fragen, vornehmlich des Innenausbaus und der Einrichtung, zu diskutieren und zu entscheiden. Eine spannende, wenn auch sehr zeitintensive Bauphase, die vor allem aber auch zeigt: Sehr viele Gemeindeglieder nehmen großen Anteil an dem neuen Gemeindehaus und bringen sich kontinuierlich oder projektbezogen mit ein; letztendlich baut die Gemeinde ihr neues Gemeindehaus
Zwischendurch in der ersten Hälfte des Jahres 2006 tut sich wieder eine ganze Menge: Seit Anfang 2005 ist es bekannt – die finanzielle Situation unserer Ev. Kirche von Westfalen, unserer Ev. Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken und auch unserer Ev. Kirchengemeinde Gronau. Es muss intensiv gespart werden! Zwar ändert das nichts an unserem Bauvorhaben; alles ist solide und gut finanziert und im Vorfeld bedacht. Aber es stellt sich die Aufgabe, die Struktur unserer Kirchengemeinde einschneidend zu verändern, und zwar über die beiden miteinander kooperierenden Pfarrbezirke hinaus. In einem nicht einfachen, von schweren Entscheidungen geprägten Prozess beschließt unser Presbyterium, Gott sei Dank mit viel Verständnis und Zustimmung aus der gesamten Gemeinde, gravierende, aber zukunftsweisende und Zukunft ermöglichende Entscheidungen:
Nicht nur das Johannes-Calvin-Haus und das Gemeindezentrum Mitte werden geschlossen und verkauft werden, sondern auch die im Stadtwesten liegende, dringendst baufällige Erlöserkirche aus dem Jahre 1958. An Stelle der Erlöserkirche soll in der Zusammenarbeit mit dem Wittekindshof und dem Diakonischen Werk Gronau eV ein großes sozial-diakonisches Familienzentrum geschaffen werden, das im Brennpunkt des Stadtwesten für die Menschen im Auftrag und im Namen Jesu da sein wird - Eine frei werdende Pfarrstelle wird nicht wieder besetzt, sondern aufgehoben. Ein wichtiger Beitrag zu den geforderten, notwendigen Sparmaßnahmen im Bereich der Kosten für die Pfarrstellen in unserer Landeskirche, zugleich aber ein ganz folgenreicher Einschnitt. Denn durch den Wegfall einer Pfarrstelle bei konstant bleibenden Gemeindegliederzahlen um etwa 12.000 Menschen wird die gesamte Kirchengemeinde Gronau in ihrer pastoralen Versorgung umstrukturiert: Die Seelsorgebezirke werden größer; drei umfassen über 3.000 Gemeindeglieder; zudem werden funktionale Arbeitsbereiche der Pfarrer geschaffen -
Das alles beginnt ab 1. August 2006 Das neue Gemeindehaus, so beschließt das Presbyterium auf einem eindeutigen Votum einer Gemeindeversammlung wird Walter-Thiemann- Haus heißen. Pfarrer Walter Thiemann, von 1934 bis 1939 Pfarrer in unserer Kirchengemeinde ist ein Vorbild des Glaubens, der in der schweren Zeit damals zu Jesus Christus stand und sich öffentlich bekannte.
12. und 13. August 2006 Ein Geschichte schreibendes Wochenende in unserer Gemeinde: Am Samstag, 12. August, wird das Johannes-Calvin-Haus mit dem letzten Abendgottesdienst an Ort und Stelle nach 38 Jahren entwidmet und geschlossen. Als das Kreuz von der Wand genommen wird, kommen Tränen auf: Menschen, die hier seit vielen Jahren ihre schöne kirchengemeindliche Heimat gehabt haben, weinen. Parallel wird das Gemeindezentrum Mitte nach 34 Jahren geschlossen; beide Pfarrbezirke machen einen Umzug zur Stadtkirche, wo sie sich dann treffen und gemeinsam die begonnenen Gottesdienste mit ausführlichen Willkommens- und Friedensgrüßen und der gemeinsamen Abendmahlsfeier fortsetzen. Selbst für die beiden Pfarrer Thomas C. Müller und Uwe Riese ein einschneidendes Erlebnis
Sonntag, 13. August: Ein Tag später Ein letztes Mal zur gewohnten Stunde am vertrauten Ort der Erlöserkirche Morgengottesdienst mit anschließendem Empfang und gemütlichen Beisammensein. Auch hier wird mit Tränen schweren Herzens Abschied genommen
3. Septembe r 2006: Eröffnung des neuen Gemeindehauses Nur drei Wochen nach den Schließungen wieder ein großer Anlass; dieses Mal der Freude, wenn auch die Schließungen der drei anderen Gemeindehäuser und der Erlöserkirche noch schmerzhaft nachklingen: Eröffnung des Walter-Thiemann-Hauses. Gemäß der Gronauer Tradition „natürlich“ bei strömendem Regen, wie schon damals bei der Eröffnung der Ev. Stadtkirche (1. April 1897) und der Erlöserkirche (1. Advent 1958). Und doch: Ein wundervoller Tag mit ganz großem Anklang; der Mut und Entschlossenheit, die Kreativität und der Kraftaufwand aller am Bau Beteiligten wird seitens der Stadt Gronau, seitens der Landeskirche und des Kirchenkreises gelobt, und wir spüren: Das sind mehr als nur höfliche Worte; das ist ernst gemeint und unterstreicht die Notwendigkeit, den langen und längst noch nicht abgeschlossenen Weg in die Zukunft unserer Ev. Kirchengemeinde Gronau zu gehen
Danke schön . . . all den engagie rten Menschen, die seit 2002 in vielen Workshops kreativ und phantasievoll an der Entwicklung unseres neuen Gemeindehauses, dem Walter-Thiemann-Haus, auf wunderbare Weise mitgearbeitet haben. Viele haben anschließend - ganz oder phasenweise/projektbezogen - an der Umsetzung der entwickelten Konzeption leidenschaftlich mitgearbeitet und sich in vielen Sitzungen des projektbezogenen Bauunterausschusses, des Entscheidungsgremiums und sonstiger Gremien sowie in sehr vielen persönlichen Gesprächen und unzähligen Verwaltungsvorgängen etc. den vielfältigen Aufgaben gestellt.
Allen ehren-, haupt- und nebenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sei herzlichst dafür gedankt.
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